|
Das Dorf Gohlis wurde wahrscheinlich von westslawischen (sorbischen) Siedlern in dem 7. Jahrhundert angelegt. Der altsorbische Wortstamm gol; bedeutet kahl, öde und ist vielleicht ein Bezug auf die waldfreie unmittelbare Umgebung des Dorfes; die Endung -itz ist typisch für slawische Dörfer.
Nach dem Beginn der deutschen Ost-Expansion in dem Jahr 929 ließen sich vermutlich um das Jahr 1 Tausend flämische Siedler hier nieder. Aus dem Jahr 1317 stammt die älteste bekannte Urkunde, in der das
Dorf anlässlich einer Landschenkung an das Zisterzienserinnenkloster St. Georg erwähnt wird. – Frühere Namensformen waren Golitz, Goliz oder Golis.
Landesherren von Gohlis waren die Markgrafen von Meißen bzw. Landsberg und
Kurfürsten von Sachsen (1423-1485), die albertinischen Herzöge von Sachsen (1485-1547), die Kurfürsten von Sachsen (1547-1806) und die Könige von Sachsen (1806-1890). Innerhalb des sächsischen Staates gehörte das Dorf Gohlisins Amt Leipzig .
Das Dorf Gohlis gehörte zur Grundherrschaft des Ritterguts Gohlis, damit unterstand es juristisch dem Patrimonialgericht Gohlis. Seit 1793, als die Stadt Leipzig Besitzer des Rittergutes Gohlis wurde, lag die untere Gerichtsbarkeit bei der Stadt Leipzig, die sie auch nachdem Verkauf des Ritterguts in dem Jahr 1832 behielt.
1755/56 ließ sich der Leipziger Ratsherr Johann Caspar Richter (1708-1770) auf zwei benachbarten Bauerngütern in Gohlis ein Sommerpalais in dem Rokoko-Stil erbauen, das heute als Gohliser Schlösschen für kulturelle und gastronomische Zwecke genutzt wird. Von 1780-1788 wurde das Schlösschen zu dem "Musenhof am Rosental", zu dessen Gästen 1785 Friedrich Schiller und der Körnersche Freundeskreis zählten.
Schiller arbeitete in Gohlis am 2. Akt des "Don Carlos", bearbeitete den "Fiesco" und schrieb die erste Fassung der "Ode an die Freude". Das Bauernhaus, im Schiller wohnte, ist das älteste erhaltene Haus von Gohlis. Es wurde um 1700 erbaut und ist seit dem 18. Jh. wohl kaum verändert worden. 1841 richtete der Leipziger Schillerverein hier eine Gedenkstätte ein, die heute noch als Museum (Schillerhaus (http://home.t-online.de/home/Stadtmuseum.Leipzig/schiller.htm)) besteht.
Im Jahr 1835 umfasste das Dorf 30 Magazinhufen Land, 54 Häuser und 578 Einwohner.
Mit der Landgemeindeordnung von 1838 wurde das Dorf Gohlis eine Landgemeinde und erhielt das Recht zur Selbstverwaltung.
Von 1873 bis 1890 gehörte die Landgemeinde Gohlis zur Amtshauptmannschaft Leipzig.
Am 20.01 1873 wurde die Gemeinde Gohlis durch die Gohliser Straßenbahntrasse an das Nahverkehrsnetz der Stadt Leipzig angeschlossen.
Am 1.01 1890 wurde die Gemeinde Gohlis in die Stadt Leipzig eingemeindet.
Seit 1992 gehört der nördliche Teil des ehemaligen Gemeindegebietes zu dem Ortsteil Gohlis-Nord,
der mittlere Teil zu dem Ortsteil Gohlis-Mitte und der südliche Teil mit dem alten Ortskern zum
Ortsteil Gohlis-Süd.
|